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50 Jahre Ehrenmal der Gebirgstruppe - 27. Mai 2007

Gebirgsjägertreffen am 26. und 27.05.2007
zum 50-jährigen Jubiläum der Errichtung des Ehrenmals
der Gebirgstruppe auf dem Hohen Brendten bei MITTENWALD

Es war nur eine kleine Abordnung der Kameradschaft Bayerwald e.V., die sich unter Führung ihres Obmanns Horst Armann am Abend des 26. Mai 2007 in MITTENWALD zusammenfand.
Aber sie vertrat unsere Kameradschaft würdig.

Der Vorstand des Kameradenkreises der Gebirgstruppe e.V. und die Ortskameradschaft Mittenwald hatten zum traditionellen Kameradschaftsabend
vor der Gedenkfeier 2007 auf dem Hohen Brendten in die Gaststätte „Postkeller“ eingeladen.
Viele aktive und ehemalige deutsche Soldaten aus den Ge­birgsjäger-Standorten und den Gebiets- und Ortskameradschaften sowie Abordnungen
aus Öster­reich, Südtirol, Frankreich, den USA und anderen Ländern waren dieser Einladung gefolgt.

Besonders hervor zu heben ist, dass der Präsident der Kameradenkreises, Oberst a.D. Manfred Ben­kel, neben den anderen ausländischen Abordnungen
auch eine Delegation aus der griechischen Stadt Paramythia, angeführt vom Präsidenten des dortigen Kulturvereins, begrüßen konnte.
Als Rache für die heimtückische Ermordung deutscher Soldaten hatten dort Gebirgsjäger während des Zweiten Weltkriegs 49 Geiseln erschossen.
Jetzt traten diese Abgesandten im Namen ihrer Mitbürger hier bei uns für Versöhnung ein, die wir dankbar erwidern.

Als äußeres Zeichen der Teilnahme an diesem Kameradschaftsabend gab man am Saaleingang das stilistisch gelungene Erinnerungsabzeichen
„50 Jahre Ehrenmal Hoher Brendten“ gegen einen Obolus von 5,00 € aus, der der Deckung der Kosten dienen soll.

Aufmerksamen Beobachtern im Saal blieb nicht verborgen, dass mancher Kamerad neben seinen anderen Ehrenabzeichen
auch die „Sticker“ früherer Brendten-Feiern am Jackenrevers oder an der Kopfbedeckung trug.

Die Gedenkfeier am nächsten Vormittag, dem 27. Mai 2007, am Ehrenmal der Gebirgstruppe auf dem Hohen Brendten für unsere gefallenen,
vermissten und verstorbenen Kameraden und für alle Opfer von Krieg,
Gewalt und Terror war wiederum ein sichtbares Zeichen der Versöhnung mit unseren Feinden von einst.

Nach dem Einmarsch der Fahnenabordnungen zu den Klängen des Gebirgsmusikkorps 8 aus GARMISCH- PaARTENKIRCHEN,
nach den Begrüßungsworten des Präsidenten des Kameradenkreises, nach dem Grußwort des Parlamentarischen Staatssekretärs
beim Bundesminister der Vertei­digung Christian Schmidt und des Bayerischen Staatsministers für Wissenschaft, Forschung und Kunst Dr. Thomas Goppel
führte der evangelische Stanortpfarrer in den anschließenden Gottesdienst ein.

Dieser Feld-Gottesdienst, zelebriert vom Augsburger Weihbischof Dr. Dr. Wolfgang Anton Losinger mit Konzelebranten,
brachte die mehr als 2.000 Teilnehmer in Uniform oder in Trachtenjanker und Lederhose zur inneren Einkehr und stimmte sie auf die anschließende Kranzniederlegung ein.

Das Gebirgsmusikkorps spielte jeweils die Lieder zum Gottesdienst.
So konnten die Besucher mit Hilfe vorher ausgeteilter „Mini-Gesangbücher“ in Form eines Flyers alle Kirchenlieder von der Eröff­nung des Gottesdienstes
bis zu seinem Schluss stimmgewaltig mitsingen.

In der Reihenfolge des Aufrufs traten dann alle Abordnungen vor und legten ihr Blumenkränze an den vorbestimmten Plätzen nieder,
zuerst der Kameradschaftskreis und die Honoratioren, danach die ausländischen Delegationen,
unter ihnen die aus Paramythia und dann die Kameradschaften der deutschen Gebirgstruppe.

Das Kranzgebinde der Kameradschaft Bayerwald legte unser Obmann Horst Armann, begleitet von unserem hochgeschätzten Ehrenmitglied,
Kamerad Fritz Gingerich und von Kamerad Kurt Pretsch nieder.


Das folgende Bild zeigt unsere Kranzabordnung. Es wurde nach der Feier aufgenommen.

Hinter dem Gebinde der Kameradschaft Bayerwald e.V. unsere Kranzabordnung,
angeführt vom Obmann, Horst Armann (r) mit seinen beiden Kranzbegleitern,
den Kameraden Fritz Gingerich (m) und Kurt Pretsch (l).

 

 >> Zu weiteren Bildern im Album "Brendten 2007" in der Bildergalerie.

Mit dem Abspielen der Bayernhymne und der Nationalhymne zum Ende der Veranstaltung wurde die besondere Feierlichkeit dieses Gedenktages unterstrichen.
Man konnte beobachten, dass dabei nicht Wenigen das Wasser im Auge stand.

Mit dem Ausmarsch der Fahnenabordnungen unter den Klängen des Gebirgsmusikkorps 8 ging die Gedenkfeier zu Ende.
Die Teilnehmer verließen den Hohen Brendten in der Gewissheit, an einer würdigen Veranstaltung teilgenommen zu haben.

Dieser Bericht wäre nicht vollständig und ausgewogen, wenn er nicht auch ein paar Anmerkungen zu den Begleitumständen der Feierlichkeiten enthielte.

Pfingsten in MITTENWALD – seit vier Jahren, war im Lokalteil des Garmisch-Partenkirchener Tagblatts vom 29.05.2007 zu lesen,
versetze das Datum die Polizei im Landkreis regelmäßig in Alarmbereit­schaft.
Zum traditionellen Treffen des Kameradenkreises der Gebirgstruppe am Hohen Brendten fin­den seit 2003 Gegenkundgebungen in der Marktgemeinde statt.
Heuer, so heißt es weiter, trudelten die Demonstranten eher spärlich ein.
Rekordverdächtig seien aber die hohe Besucherzahl und das Polizeiaufgebot in und um Mittenwald gewesen.

Das Garmisch-Partenkirchener Tagblatt titelte in seiner Ausgabe vom 29.05.2007 unter Lokales: „Brendten-Gegner als Alleinunterhalter“.
Und weiter: „Rund 250 linke Demonstranten protestierten ohne größere Zwischenfälle in Mittenwald – Erwarteter Ansturm blieb aus“.

Schaute man sich diese Demonstranten etwas näher an, dann fiel auf, dass die Masse sehr jung, manche sogar noch Kinder waren,
die in MITTENWALD und während der Feierlichkeiten auf dem Hohen Brendten ihre Parolen schrien oder ihre Transparente entrollten.

Es muss erlaubt sein – in Abänderung eines Filmtitels mit James Dean – zu fragen: „Wissen sie denn, was sie tun?“.
Sind diese Jugendlichen oder Kinder schon ideologisch so verbrannt? Oder: Welche Mächte, Interessen und Geldgeber stehen hinter ihnen und bedienen sich ihrer wie
„The Puppets On The Strings“ zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung für ihre obskuren Ziele?

An dieser Stelle müssen großes Lob und Dank an alle eingesetzten Polizeikräfte ausgesprochen wer­den,
die durch ihre Anwesenheit und durch angemessenes Einschreiten die Lage stets beherrschten.

Damit kein Missverständnis entsteht: Kriegsverbrechen bleiben Kriegsverbrechen, Mord bleibt Mord und verjährt nie.
Die Ermordung der 49 Geiseln in PARAMYTHIA und die Erschießung der mehr als 4.000 italienische Sol­daten auf der griechischen Insel KEPHALONIA,
die sich bereits ergeben haben sollen, sind und bleiben Kriegsverbrechen. Sie belasten das Ansehen der Gebirgstruppe der Wehrmacht noch heute schwer.
Es ist daher höchste Zeit, sollten noch dafür Verantwortliche leben, ihnen den Prozess zu machen. Nur durch Sühne kann Vergebung erlangt werden.

Den kriegsgedienten Gebirgssoldaten aber, denen keine unehrenhafte, verbrecherische Kriegstat anzulasten ist,
sollte man ein ungestörtes jährliches Gedenken ihrer nicht mehr heimgekehrten Kame­raden auf dem Hohen Brendten
ohne pauschale Verurteilung als Kriegsverbrecher zugestehen.

Wenn sich an den Feierlichkeiten auch Gebirgssoldaten anderer Nationen und aktive sowie ehemalige Soldaten der 1. Gebirgsdivision der Bundeswehr beteiligen,
dann dient dies der Vertiefung der Kameradschaft, die unter Gebirgssoldaten schon immer einen sehr hohen Stellenwert hatte.

Dies ist auch ein weithin wahrnehmbares Zeichen der Versöhnung zwischen ehemaligen Kriegsgeg­nern im immer mehr zusammen wachsenden Europa.
Sie ebenso mit Parolen des unversönlichen Hasses zu überziehen, wie es die Demonstranten versuchten, weist nur auf deren abartiges, merk­würdiges Realitätsbild hin.

Eine Terminverlegung der Gedenkfeier weg von Pfingsten brächte auch nach Einschätzung der Ein­heimischen, wie in Gesprächen mit ihnen zu erfahren war,
keine Entspannung der Situation. Sie unter dem Druck solch irregeleiteter Demonstranten gar abzusetzen, sollte man nicht einmal erwägen. 

 

>> Im PDF-Format liest sich der Bericht noch leichter!
 

Bericht, Bilder und Redaktion: Hubertus Höhn

 

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